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Ausbildung Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik

Ausbildung: Leitungen, die ganze Städte versorgen

Symbolbild: Ausbildung Rohrleitungsbauer/in

Wie kommen Wasser, Gas und Strom eigentlich in die Häuser einer ganzen Stadt? Durch Leitungen, die kaum jemand sieht. Genau die baust du in der Ausbildung zum/zur Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik. Bis Juli 2026 hieß der Beruf Rohrlei­tungsbauer/in. Du hebst Gräben aus, verlegst Leitungen, verbindest sie dicht und prüfst sie. Außerdem wartest und reparierst du Leitungs­systeme. Du brauchst handwerk­liches Geschick, Sorgfalt und Lust auf Arbeit im Freien. Mit deiner Arbeit hältst du die Infrastruktur am Laufen. Hier erfährst du, was du als Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 1. August 2026: Die Ausbildung in den Bauberufen wurde modernisiert. Aus dem Rohrlei­tungsbauer wurde der Leitungsbauer für Infrastruk­tur­technik. Neue Techno­logien, Digita­li­sierung und Nachhal­tigkeit spielen jetzt eine größere Rolle. Neben Gas und Wasser gehören auch Elektro- und Kommuni­ka­ti­ons­lei­tungen zur Ausbildung.

Auf einen Blick

Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Handwerk und Bau
1. Jahr1.122 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis im Vorläu­ferberuf Rohrlei­tungsbauer/in:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 2026 hieß er Rohrlei­tungsbauer/in.

  1. 1974 bis 2026Rohr­lei­tungs­bauer/in
  2. seit 2026Lei­tungs­bauer/in für Infra­s­truk­tur­tech­nik

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik?

Dein Alltag besteht aus Tiefbau, genauer Arbeit an Leitungen und Teamwork. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Vorbereiten und Vermessen: Du planst deine Arbeit, richtest die Baustelle ein und sicherst sie ab. Du liest Pläne, ermittelst Mengen und misst digital nach vorgegebenen Koordinaten.
  • Tiefbau: Du schachtest Gräben, Baugruben und Schächte aus und sicherst sie. Wenn nötig, hältst du das Grundwasser fern.
  • Leitungen verlegen: Du lässt die Bauteile in die Grube hinab und verbindest sie zu einer belastbaren, dichten Leitung. Dafür schweißt, klebst oder schraubst du. Abzweige oder Biegungen stellst du teils selbst her.
  • Armaturen einbauen: Du baust Absperrschieber, Armaturen und Messvorrichtungen ein.
  • Prüfen und schließen: Du prüfst die Dichtheit und verfüllst die Gruben fachgerecht. Nach Aufgrabungen stellst du zum Beispiel Asphaltdecken wieder her.
  • Warten und Reparieren: Du behebst Rohrbrüche und hältst Versorgungsanschlüsse instand.
  • Dokumentieren: Du hältst deine Arbeitsschritte fest und erstellst Aufmaße.
rohre

Wo arbeitest du als Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik?

Du arbeitest meist draußen auf wechselnden Baustellen, bei Wind und Wetter. Manchmal bist du auch in der Werkstatt. Du trägst Schutz­kleidung wie Helm, Gehör- oder Atemschutz und beim Schweißen spezielle Schutz­kleidung. Teilweise wird in Schichten gearbeitet.

Deine Arbeitgeber sind Tiefbau­un­ter­nehmen und Betriebe der Energie- und Wasser­ver­sorgung. Du bist eng mit deinem Team zusammen.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst im Ausbil­dungs­betrieb, meist einem Industrie­betrieb, auf Baustellen und in Werkstätten. Dazu kommen die Berufs­schule an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockun­terricht und Blöcke in überbe­trieb­lichen Ausbil­dungs­stätten. Hast du schon einen Abschluss als Tiefbau­fach­ar­beiter/in, kann er angerechnet werden.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Planung: Arbeitsaufgaben planen, organisieren und dokumentieren
  • Baustelle: Baustellen einrichten und sichern und dabei den Baugrund beachten
  • Pläne und Messungen: Pläne lesen, Skizzen anfertigen, Mengen ermitteln, Aufmaße erstellen und digital messen
  • Baustoffe: Bau- und Bauhilfsstoffe und Fertigteile auswählen und prüfen
  • Bauhandwerk: Holz bearbeiten, Beton und Stahlbeton herstellen und mit Steinen mauern
  • Tiefbau: Baugruben, Gräben und Schächte herstellen und das Grundwasser absenken
  • Verkehrswege: zum Beispiel Asphaltdecken nach Aufgrabungen wiederherstellen
  • Leitungsbau: Leitungen und Anschlüsse für Gas, Wasser, Elektro und Kommunikation herstellen und Druckrohrleitungen verlegen
  • Rund um den Betrieb: Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie digitalisierte Arbeitswelt

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik?

Was solltest du mitbringen?

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt starteten die meisten Azubis im Vorläuferberuf mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss.
  • handwerkliches Geschick
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, etwa bei Dichtheitsprüfungen und Schweißnähten
  • Umsicht beim Einsetzen großer, schwerer Leitungsteile
  • Interesse an Mathematik, Physik und Werken/Technik

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.122 €
2. Ausbildungsjahr 1.351 €
3. Ausbildungsjahr 1.610 €

Passt die Ausbildung zum/zur Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik zu dir?

Du packst gern an und willst etwas bauen, das bleibt? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Wichtige Arbeit: Deine Leitungen bringen Wasser, Gas und Strom zu den Menschen.
  • Abwechslung: Jede Baustelle ist anders. Du arbeitest mit Beton, Holz, Asphalt und Leitungen aller Art.
  • Moderne Ausbildung: Seit August 2026 lernst du nach einer neuen Ausbildungsordnung, mit digitalem Messen und Nachhaltigkeit.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik?

Was du als Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Garten Gräben für Beete aushebt, Schläuche und Rohre dicht verbindet oder beim THW Sandsäcke schleppt, zeigt Betrieben Kraft, Geschick und Umsicht. Wer dazu im Verein Rugby oder Handball spielt, beweist Teamgeist, denn große Rohre legt niemand allein. Wenn dich Abwasser­kanäle reizen, schau dir Kanalbauer/in für Infrastruk­tur­technik an. Für Straßen und Erdarbeiten passt Tiefbau­fach­ar­beiter/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • im Garten Gräben und Beete aushebst Belastbarkeit
  • Gartenschläuche und Rohre dicht verbindest Geschick
  • beim THW oder in der Jugendfeuerwehr übst Umsicht
  • Rugby, Handball oder Hockey im Verein spielst Teamgeist
  • Baupläne und Karten gern genau liest Technikverständnis

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 4 · Wie häufig?

    rund 340

    Betriebe bilden aus

    Platz 66 von 340 Berufen.

  • 2 von 4 · Plan B im selben Betrieb

    Fast jeder 2. Betrieb

    bildet auch Straßenbauer/in aus.

    Jeder 3. bildet auch Tiefbau­fach­ar­beiter/in aus.

  • 3 von 4 · Wo?

    • Bayern70
    • Niedersachsen50
    • Nordrhein-Westfalen40

    Die meisten Betriebe: Berlin, Bremen, Landkreis Rottal-Inn

  • 4 von 4 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Leitungsnetze für Gas, Wasser, Strom und Kommuni­kation müssen gebaut, gewartet und instand gehalten werden. Hier kannst du arbeiten:

  • in Tiefbauunternehmen
  • in Betrieben der Energie- und Wasserversorgung
  • selbstständig mit einem eigenen Betrieb im Rohrleitungsbau oder einem Dienstleistungsbetrieb im Baugewerbe

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Mit mittlerem Bildungsabschluss kannst du schon in der Ausbildung Europaassistent/in werden, inklusive Praktikum im Ausland.
  • Anpassungsweiterbildung: zum Beispiel zu Rohrleitungsbau oder Elektrotechnik
  • Werkpolier/in und Polier/in im Tiefbau: Du leitest eine Arbeitsgruppe oder eine Baustelle.
  • Netzmeister/in: Mit diesem Abschluss übernimmst du Führungsaufgaben.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Bauingenieurwesen studieren.

Fazit: Du legst die Lebensadern einer Stadt

Als Leitungsbauer/in für Infrastruk­tur­technik verbindest du körperliche Arbeit mit technischem Know-how. Du sorgst dafür, dass Wasser, Gas, Strom und Daten zuverlässig ankommen. Bis Juli 2026 hieß der Beruf Rohrlei­tungsbauer/in. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach kannst du dich zum/zur Polier/in oder Netzmeister/in weiter­bilden oder studieren.

Lust anzupacken? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Handwerk und Bau.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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