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Ausbildung Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik
Ausbildung: Leitungen, die ganze Städte versorgen
Wie kommen Wasser, Gas und Strom eigentlich in die Häuser einer ganzen Stadt? Durch Leitungen, die kaum jemand sieht. Genau die baust du in der Ausbildung zum/zur Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik. Bis Juli 2026 hieß der Beruf Rohrleitungsbauer/in. Du hebst Gräben aus, verlegst Leitungen, verbindest sie dicht und prüfst sie. Außerdem wartest und reparierst du Leitungssysteme. Du brauchst handwerkliches Geschick, Sorgfalt und Lust auf Arbeit im Freien. Mit deiner Arbeit hältst du die Infrastruktur am Laufen. Hier erfährst du, was du als Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Neu seit 1. August 2026: Die Ausbildung in den Bauberufen wurde modernisiert. Aus dem Rohrleitungsbauer wurde der Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik. Neue Technologien, Digitalisierung und Nachhaltigkeit spielen jetzt eine größere Rolle. Neben Gas und Wasser gehören auch Elektro- und Kommunikationsleitungen zur Ausbildung.
Was macht ein/e Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik?
Dein Alltag besteht aus Tiefbau, genauer Arbeit an Leitungen und Teamwork. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Vorbereiten und Vermessen: Du planst deine Arbeit, richtest die Baustelle ein und sicherst sie ab. Du liest Pläne, ermittelst Mengen und misst digital nach vorgegebenen Koordinaten.
- Tiefbau: Du schachtest Gräben, Baugruben und Schächte aus und sicherst sie. Wenn nötig, hältst du das Grundwasser fern.
- Leitungen verlegen: Du lässt die Bauteile in die Grube hinab und verbindest sie zu einer belastbaren, dichten Leitung. Dafür schweißt, klebst oder schraubst du. Abzweige oder Biegungen stellst du teils selbst her.
- Armaturen einbauen: Du baust Absperrschieber, Armaturen und Messvorrichtungen ein.
- Prüfen und schließen: Du prüfst die Dichtheit und verfüllst die Gruben fachgerecht. Nach Aufgrabungen stellst du zum Beispiel Asphaltdecken wieder her.
- Warten und Reparieren: Du behebst Rohrbrüche und hältst Versorgungsanschlüsse instand.
- Dokumentieren: Du hältst deine Arbeitsschritte fest und erstellst Aufmaße.
Wo arbeitest du als Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik?
Du arbeitest meist draußen auf wechselnden Baustellen, bei Wind und Wetter. Manchmal bist du auch in der Werkstatt. Du trägst Schutzkleidung wie Helm, Gehör- oder Atemschutz und beim Schweißen spezielle Schutzkleidung. Teilweise wird in Schichten gearbeitet.
Deine Arbeitgeber sind Tiefbauunternehmen und Betriebe der Energie- und Wasserversorgung. Du bist eng mit deinem Team zusammen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik ab?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb, meist einem Industriebetrieb, auf Baustellen und in Werkstätten. Dazu kommen die Berufsschule an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockunterricht und Blöcke in überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Hast du schon einen Abschluss als Tiefbaufacharbeiter/in, kann er angerechnet werden.
Das lernst du unter anderem:
- Planung: Arbeitsaufgaben planen, organisieren und dokumentieren
- Baustelle: Baustellen einrichten und sichern und dabei den Baugrund beachten
- Pläne und Messungen: Pläne lesen, Skizzen anfertigen, Mengen ermitteln, Aufmaße erstellen und digital messen
- Baustoffe: Bau- und Bauhilfsstoffe und Fertigteile auswählen und prüfen
- Bauhandwerk: Holz bearbeiten, Beton und Stahlbeton herstellen und mit Steinen mauern
- Tiefbau: Baugruben, Gräben und Schächte herstellen und das Grundwasser absenken
- Verkehrswege: zum Beispiel Asphaltdecken nach Aufgrabungen wiederherstellen
- Leitungsbau: Leitungen und Anschlüsse für Gas, Wasser, Elektro und Kommunikation herstellen und Druckrohrleitungen verlegen
- Rund um den Betrieb: Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie digitalisierte Arbeitswelt
Was du mitbringen solltest
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt starteten die meisten Azubis im Vorläuferberuf mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss.
- handwerkliches Geschick
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, etwa bei Dichtheitsprüfungen und Schweißnähten
- Umsicht beim Einsetzen großer, schwerer Leitungsteile
- Interesse an Mathematik, Physik und Werken/Technik
Deine Karriere nach der Ausbildung
Leitungsnetze für Gas, Wasser, Strom und Kommunikation müssen gebaut, gewartet und instand gehalten werden. Hier kannst du arbeiten:
- in Tiefbauunternehmen
- in Betrieben der Energie- und Wasserversorgung
- selbstständig mit einem eigenen Betrieb im Rohrleitungsbau oder einem Dienstleistungsbetrieb im Baugewerbe
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Zusatzqualifikation: Mit mittlerem Bildungsabschluss kannst du schon in der Ausbildung Europaassistent/in werden, inklusive Praktikum im Ausland.
- Anpassungsweiterbildung: zum Beispiel zu Rohrleitungsbau oder Elektrotechnik
- Werkpolier/in und Polier/in im Tiefbau: Du leitest eine Arbeitsgruppe oder eine Baustelle.
- Netzmeister/in: Mit diesem Abschluss übernimmst du Führungsaufgaben.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Bauingenieurwesen studieren.
Auf einen Blick
Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis im Vorläuferberuf Rohrleitungsbauer/in:
Quellen: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · BA, Anlage Sprachniveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026
Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik in Zahlen
1 von 4 · Wie häufig?
rund 340
Betriebe bilden aus
Platz 66 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Fast jeder 2. Betrieb
bildet auch Straßenbauer/in aus.
Jeder 3. bildet auch Tiefbaufacharbeiter/in aus.
3 von 4 · Wo?
- Bayern70
- Niedersachsen50
- Nordrhein-Westfalen40
Die meisten Betriebe: Berlin, Bremen, Landkreis Rottal-Inn
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Daten: dein-ausbildungsplatz.de, Ausschnitt der eingetragenen Ausbildungsbetriebe, Zahlen gerundet. Stand: 2. Oktober 2026.
Passt die Ausbildung zu dir?
Du packst gern an und willst etwas bauen, das bleibt? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Wichtige Arbeit: Deine Leitungen bringen Wasser, Gas und Strom zu den Menschen.
- Abwechslung: Jede Baustelle ist anders. Du arbeitest mit Beton, Holz, Asphalt und Leitungen aller Art.
- Moderne Ausbildung: Seit August 2026 lernst du nach einer neuen Ausbildungsordnung, mit digitalem Messen und Nachhaltigkeit.
Ausbildungsvergütung als Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.122 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.351 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.610 € |
Fazit: Du legst die Lebensadern einer Stadt
Als Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik verbindest du körperliche Arbeit mit technischem Know-how. Du sorgst dafür, dass Wasser, Gas, Strom und Daten zuverlässig ankommen. Bis Juli 2026 hieß der Beruf Rohrleitungsbauer/in. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach kannst du dich zum/zur Polier/in oder Netzmeister/in weiterbilden oder studieren.
Lust anzupacken? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Handwerk und Bau.
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