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Abschlussprüfung in der Ausbildung: Ablauf und Vorbereitung
Was dich erwartet, wie du dich vorbereitest und was passiert, wenn es nicht klappt.
Der Termin steht im Kalender, und plötzlich fühlt sich alles ganz nah an. Drei Jahre Ausbildung, und jetzt kommt die Abschlussprüfung in der Ausbildung. Vielleicht denkst du: Was, wenn ich genau dann alles vergesse?
Keine Sorge. Die Prüfung fragt das ab, was du in deiner Ausbildung jeden Tag gemacht hast. Du fängst also nicht bei null an. Wir haben dir zusammengestellt, wie die Prüfung abläuft, wie du dich vorbereitest und was passiert, wenn es beim ersten Mal nicht klappt.
Unsere Leitidee: Eine Prüfung ist ein Marathon und kein Sprint. Wer früh und regelmäßig trainiert, läuft am Prüfungstag ruhiger.
Wer prüft dich und wie meldest du dich an?
Bevor es um Lernstoff geht, hilft ein Blick auf die Organisation. Wer weiß, wer zuständig ist, fühlt sich gleich sicherer.
Wer nimmt die Abschlussprüfung ab?
Die Prüfung nimmt ein Prüfungsausschuss der zuständigen Kammer ab. In kaufmännischen und vielen gewerblichen Berufen ist das die IHK, im Handwerk die Handwerkskammer. Für manche Berufe sind andere Kammern zuständig, zum Beispiel die Landwirtschaftskammer.
Wie melde ich mich zur Abschlussprüfung an?
In der Regel meldet dein Ausbildungsbetrieb dich bei der Kammer an. Bei vielen IHKs läuft das über ein Online-Portal: Der Betrieb trägt dich ein, du bekommst eine Mail und bestätigst die Angaben selbst. Frag trotzdem rechtzeitig nach, ob die Anmeldung raus ist und welche Termine gelten. Die Kammer schickt dir dann die Einladung mit Ort und Zeit.
Für die Zulassung ist dein Berichtsheft wichtig, also der Ausbildungsnachweis. Laut Berufsbildungsgesetz wirst du nur zugelassen, wenn du ihn geführt und deinem Betrieb vorgelegt hast (§ 43 BBiG). Viele IHKs verlangen ihn bei der Anmeldung zusätzlich als Upload. Wie du es ordentlich führst, liest du in So führt man ein Berichtsheft. Gute Nachricht nebenbei: Für dich als Azubi ist die Abschlussprüfung kostenfrei.
Die Teile der Abschlussprüfung
Jeder Beruf hat seine eigene Prüfung. Trotzdem ähneln sich die Bausteine. Was genau bei dir dran ist, steht in deiner Ausbildungsordnung.
Welche Teile hat die Abschlussprüfung?
Meist gibt es einen schriftlichen Teil mit Aufgaben zu Fachwissen und oft auch zu Wirtschafts- und Sozialkunde. Dazu kommt ein praktischer Teil, etwa eine Arbeitsaufgabe, ein Werkstück oder ein betrieblicher Auftrag. In vielen Berufen gehört ein Fachgespräch oder ein mündlicher Teil dazu.
Was ist die gestreckte Abschlussprüfung?
Bei der gestreckten Abschlussprüfung legst du die Prüfung in zwei zeitlich getrennten Teilen ab. Teil 1 findet während der Ausbildung statt, Teil 2 am Ende. Beide Teile zählen für dein Gesamtergebnis. Teil 1 kannst du deshalb nicht einzeln wiederholen, er gehört von Anfang an zur Abschlussprüfung.
Ob dein Beruf eine gestreckte Prüfung hat, sagt dir deine Kammer. Wie die Ausbildung in einzelnen Berufen aufgebaut ist, zeigen dir unsere Berufsprofile, zum Beispiel für Industriemechaniker/in.
So bereitest du dich über Monate vor
Die beste Vorbereitung beginnt lange vor dem Prüfungsmonat. Klingt anstrengend, ist aber entspannter, als in den letzten zwei Wochen alles reinzupressen.
Wann sollte ich mit dem Lernen anfangen?
Am besten einige Monate vorher, mit kleinen festen Einheiten. Lieber dreimal pro Woche eine halbe Stunde als einmal im Monat einen ganzen Tag. Alte Prüfungsaufgaben helfen dir, die Fragen und das Format kennenzulernen.
Wie lerne ich am besten für die Abschlussprüfung?
Mach einen Plan mit allen Themen und hake ab, was sitzt. Lerne mit anderen Azubis zusammen und erklärt euch gegenseitig den Stoff. Konkrete Ideen findest du in den acht Lerntipps für die Prüfungsphase und in vier hilfreichen Lernmethoden für deine Prüfungen.
Vergiss die Praxis nicht. Sag deinem Ausbilder, welche Aufgaben du noch üben möchtest. Die meisten Betriebe helfen gern, denn sie wollen auch, dass du bestehst.
Der Prüfungstag
Der große Tag ist da. Ein bisschen Aufregung gehört dazu und hält dich wach. Mit einer guten Routine wird sie kleiner.
Was nehme ich zur Prüfung mit?
Pack am Abend vorher alles ein: Einladung, Ausweis, erlaubte Hilfsmittel wie Taschenrechner oder Tabellenbuch, Stifte und etwas zu trinken. Welche Hilfsmittel erlaubt sind, steht in der Einladung der Kammer. Plane den Weg mit Puffer ein.
Was mache ich, wenn ich am Prüfungstag krank bin?
Melde dich so früh wie möglich bei der Kammer und bei deinem Betrieb. Frag dort, welchen Nachweis sie von dir brauchen. Wie du dich grundsätzlich richtig krankmeldest, erklären wir in Richtig krank melden.
Nicht bestanden: Was jetzt?
Es kann passieren, und es ist kein Weltuntergang. Viele, die heute erfolgreich im Beruf stehen, haben eine Prüfung wiederholt.
Wie oft kann ich die Abschlussprüfung wiederholen?
Wenn du die Abschlussprüfung nicht bestehst, kannst du sie zweimal wiederholen. So steht es im Berufsbildungsgesetz (§ 37 BBiG). Die Kammer sagt dir, wann der nächste Termin ist und wie du dich anmeldest.
Verlängert sich meine Ausbildung, wenn ich durchfalle?
Ja, wenn du es verlangst. Dann verlängert sich dein Ausbildungsverhältnis bis zur nächsten möglichen Wiederholungsprüfung, höchstens aber um ein Jahr (§ 21 Abs. 3 BBiG). Sag deinem Betrieb also rechtzeitig, dass du verlängern möchtest. Im Zweifel fragst du bei deiner IHK, deiner Handwerkskammer oder der Ausbildungsberatung nach.
Und nach dem Bestehen? Dann stehen dir viele Wege offen. Welcher passt, zeigt dir Geselle, Techniker oder Meister.
Fazit: Wer früh trainiert, läuft ruhiger
Die Abschlussprüfung in der Ausbildung nimmt deine Kammer ab, meist die IHK oder die Handwerkskammer. Sie besteht aus schriftlichen und praktischen Teilen, oft mit Fachgespräch, und in manchen Berufen in zwei Teilen. Dein Betrieb meldet dich an, dein Berichtsheft muss vollständig sein. Fang Monate vorher mit kleinen Lerneinheiten an. Und falls es beim ersten Mal nicht klappt, kannst du zweimal wiederholen. Du hast in deiner Ausbildung schon so viel gelernt. Wir glauben fest an dich!
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