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Ausbildung Glas- und Porzel­lanmaler/in

Ausbildung: Mit Pinsel und Gold auf Glas und Porzellan

Symbolbild: Ausbildung Glas- und Kerammaler/in

Hast du eine ruhige Hand und ein Auge für Farben? Dann ist die Ausbildung zum/zur Glas- und Porzel­lanmaler/in vielleicht genau das Richtige für dich. Auch bekannt ist der Beruf als Glas- und Kerammaler/in. Du dekorierst Flachglas, Hohlglas und Porzellan nach eigenen Entwürfen oder nach Vorgaben. Du bemalst Gläser, Kaffee­service, Vasen und Teller und setzt farbige Glasscheiben zu Mosaik­fenstern zusammen. Auch antike Gläser und altes Porzellan reparierst und restau­rierst du. Hier erfährst du, was du als Glas- und Porzel­lanmaler/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Glas- und Porzel­lanmaler/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
1. Jahr724 € bis 1.200 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Ausbildung und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

In der DDR hieß der Beruf: Porzel­lanmaler/in (Schwer­punkte Blumenmaler/in, Goldmaler, Indischmaler/in)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Glas- und Porzel­lanmaler/in?

Du arbeitest mit Pinsel, Farben und Edelmetall. Du bist Gestalter/in, Handwerker/in und Restaurator/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Entwerfen: Du entwirfst Dekore und setzt deine Entwürfe oder die Vorgaben deiner Kund/innen um.
  • Bemalen: Du bemalst Glas, Kaffeeservice, Vasen und Teller mit abstrakten oder gegenständlichen Motiven.
  • Schriften gestalten: Du zeichnest, malst und schreibst Schriften auf Glas oder Porzellan.
  • Techniken anwenden: Du arbeitest mit Hinterglasmalerei, Siebdruck, Reliefmalerei oder dem Rändern. Je nach Auftrag bearbeitest du Oberflächen auch durch Sandstrahlen oder Ätzen.
  • Einbrennen: Durch Aufschmelzen und Einbrennen verbinden sich Farben und Edelmetall dauerhaft mit dem Untergrund.
  • Mosaikfenster bauen: Du bearbeitest farbige Glasscheiben und setzt sie zu Mosaikfenstern zusammen.
  • Restaurieren: Du reparierst und restaurierst antike Gläser und altes Porzellan.
  • Prüfen: Du kontrollierst die Qualität deiner Arbeit, denn du hast es mit zerbrechlichen Materialien zu tun.
keramik

Wo arbeitest du als Glas- und Porzel­lanmaler/in?

Du arbeitest in handwerk­lichen Betrieben, die Glas und Porzellan herstellen und veredeln. Typisch sind Glasma­nu­fakturen, Porzel­lan­ma­nu­fakturen und Töpfereien. Dein Arbeitsplatz ist die Werkstatt, die Werkhalle oder das Atelier, manchmal auch der Zeichentisch.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Glas- und Porzel­lanmaler/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert 3 Jahre. Du lernst in einem Handwerks­betrieb der Glas- oder Porzel­lan­her­stellung und in der Berufs­schule. Der Unterricht findet an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder als Blockun­terricht statt. Oft lernst du in länder­über­grei­fenden Fachklassen, zum Beispiel in Zwiesel, Rheinbach oder Meißen.

Das lernst du unter anderem:

  • Werk- und Hilfsstoffe: welche es gibt, welche Eigenschaften sie haben und wie du sie verarbeitest
  • Farben und Edelmetall: die gängigen Keramikfarben und Edelmetallzubereitungen kennen und beurteilen
  • Schriften und Risse: Schriften auf Glas und Porzellan zeichnen, malen und schreiben, dazu Aufrisse, Pausen und Bleirisse anfertigen
  • Techniken: Bändern, Linieren, Rändern und Zentrieren, Reliefmalen sowie Flächen aus dem Farbgrund abheben
  • Werkzeuge und Brennöfen: Werkzeuge, Geräte und Brennöfen richtig bedienen, pflegen und instand halten
  • Kunstgeschichte: Bau- und Kunstgeschichte, Stilarten, Wappenkunde und Ornamentik
  • Umgang mit Werkstücken: Werkstücke aus Glas, Porzellan, Ton oder Feinkeramik richtig lagern, verpacken und befördern

In der Berufs­schule kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde dazu. Gearbeitet wird teils bei Hitze, Farbdämpfen und Glasstaub. Deshalb trägst du Schutz­kleidung wie hitzebe­ständige Handschuhe und Schutz­brille.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Glas- und Porzel­lanmaler/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.
  • Sorgfalt im Umgang mit zerbrechlichen Materialien
  • Geschick und eine gute Auge-Hand-Koordination
  • Kreativität und Sinn für Ästhetik
  • Interesse an Kunst, zum Beispiel für das Restaurieren von Motiven
  • gute Kenntnisse in Mathematik, etwa für Mischungsverhältnisse

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 724 € bis 1.200 €
2. Ausbildungsjahr 854 € bis 1.230 €
3. Ausbildungsjahr 977 € bis 1.370 €

Passt die Ausbildung zum/zur Glas- und Porzel­lanmaler/in zu dir?

Du arbeitest gern mit den Händen und steckst voller Ideen? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Kreativität: Du entwirfst Dekore und gestaltest Glas und Porzellan.
  • Feines Handwerk: Mit Sorgfalt und Blick fürs Detail entstehen hochwertige Stücke.
  • Abwechslung: Du malst, schreibst, brennst ein, baust Mosaikfenster und restaurierst.
  • Tradition: Du führst ein altes Kunsthandwerk weiter.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Glas- und Porzel­lanmaler/in?

Was du als Glas- und Porzel­lanmaler/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Tassen und Teller im Malatelier bemalt, Fenster mit Window Color schmückt oder Handlet­tering übt, zeigt Manufakturen eine ruhige Hand und ein Auge für Muster. Wer dazu in der Kunst-AG Projekte durchzieht oder ein Instrument übt, beweist Geduld und Ausdauer. Das lesen Betriebe als beste Grundlage für feine Malerei. Wenn dich das Formen von heißem Glas reizt, schau dir Glasbläser/in an. Für Blattgold und Rahmen passt Vergolder/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Tassen oder Teller im Malatelier bemalst Geschick
  • Fenster mit Window Color gestaltest Kreativität
  • Handlettering und schöne Schriften übst Genauigkeit
  • in der Kunst-AG lange an Projekten arbeitest Ausdauer
  • ein Instrument spielst und regelmäßig übst Geduld

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Glas- und Porzel­lan­malerei ist ein traditi­ons­reiches Kunsthandwerk. Nach der Ausbildung kannst du hier arbeiten:

  • in Glasmanufakturen
  • in Porzellanmanufakturen
  • in Töpfereien
  • in anderen Handwerksbetrieben, die Glas und Porzellan herstellen und veredeln

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon während der Ausbildung kannst du Europaassistent/in werden, mit Auslandspraktikum.
  • Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von Kunstmalerei bis Produktgestaltung.
  • Glas- und Porzellanmalermeister/in: Mit der Meisterprüfung kommst du in Führungspositionen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Keramik- oder Glastechnik studieren.
  • Selbstständigkeit: mit einer eigenen Werkstatt des Glas- und Porzellanmaler-Handwerks

Fazit: Kreative Veredelung von Glas und Porzellan

Als Glas- und Porzel­lanmaler/in verbindest du Handwerk, Kreativität und Genauigkeit. Du dekorierst Glas und Porzellan und erhältst alte Stücke. Auch bekannt ist der Beruf als Glas- und Kerammaler/in. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich weiter­bilden, die Meister­prüfung machen oder studieren.

Juckt es dir in den Fingern? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Glas- und Porzellanmaler/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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