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Ausbildung Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik
Ausbildung: Du baust die Stadt unter der Stadt
Du bist gern draußen und packst mit an? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik zu dir passen. Bis Juli 2026 hieß der Beruf Kanalbauer/in. Du baust Abwassersysteme vom Hausanschluss bis zu den großen Sammlern in der Kanalisation. Du hebst Gräben und Schächte aus, verlegst Rohre und prüfst, ob alles dicht ist. So gelangt kein Abwasser ins Grundwasser. Dafür brauchst du handwerkliches Geschick, Sorgfalt und Freude an der Arbeit im Team. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Neu seit 1. August 2026: Die Ausbildung in den Bauberufen wurde modernisiert. Neue Technologien und Verfahren, Digitalisierung und Nachhaltigkeit spielen eine größere Rolle. Dabei hat der Beruf seinen neuen Namen bekommen. Die 19 Bauberufe sind jetzt in einer gemeinsamen Verordnung geregelt, aufgeteilt in Tiefbau, Hochbau und Ausbau.
Auf einen Blick
Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis im Vorläuferberuf Kanalbauer/in:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 2026 hieß er Kanalbauer/in.
- ab 1949 bis 2026Kanalbauer/
in - seit 2026Kanalbauer/
in für Infrastrukturtechnik
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949.
Was macht ein/e Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik?
Du bist Handwerker/in, Techniker/in und Problemlöser/in in einer Person. Du arbeitest im Tiefbau und verlegst Rohre ganz genau. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Vermessen und Baustelle sichern: Zuerst vermisst du die Arbeitsstrecke und sicherst die Baustelle.
- Gräben und Schächte ausheben: Du hebst Schächte und Gräben aus, legst sie trocken und schützt sie vor Wasser, zum Beispiel mit Spundwandprofilen.
- Rohre verlegen: Du verlegst Rohre aus Beton, Stein, Stahlbeton, Kunststoff oder Metall. Du baust Abwasserleitungen vom Hausanschluss bis zum Sammler.
- Schächte bauen und prüfen: Du installierst Kanalschächte und prüfst die Dichtheit, damit kein Abwasser ins Grundwasser sickert.
- Kanäle sanieren: Du hältst Abwassereinrichtungen instand und sanierst Kanalsysteme.
- Kabel verlegen: Du stellst Kabelschächte her und verlegst Kabel und Kabelschutzrohre.
- Maschinen bedienen: Du arbeitest mit Baumaschinen, zum Beispiel beim Ausschachten, Verfüllen und Verdichten.
Wo arbeitest du als Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik?
Dein Arbeitsplatz ist fast immer draußen auf der Baustelle, bei Wind und Wetter. Beim Sanieren von Kanälen arbeitest du auch unter der Erde. Dort kann es nass sein und nach Abwasser riechen, und die Maschinen sind laut. Deshalb trägst du Schutzkleidung wie Helm, Handschuhe und Sicherheitsschuhe. Die Baustellen wechseln. Arbeitgeber sind Tiefbauunternehmen, Betriebe der Abwasserwirtschaft und Bauämter.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung ist dual und dauert 3 Jahre. Du lernst in einem Betrieb der Bauindustrie direkt auf der Baustelle und in der Berufsschule. Die Berufsschule besuchst du an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockunterricht. Dazu kommen mehrwöchige Blöcke in überbetrieblichen Ausbildungsstätten.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Arbeitsplanung: Aufgaben planen, vorbereiten, organisieren und dokumentieren
- Baustelle: Baustellen einrichten und sichern und den Baugrund berücksichtigen
- Baustoffe: Baustoffe, Fertigteile und Einbauteile auswählen, prüfen und bereitstellen
- Pläne und Vermessung: Pläne lesen, Skizzen anfertigen, Mengen ermitteln, Aufmaß erstellen und digital nach Koordinaten messen
- Grundlagen am Bau: Holz bearbeiten, Beton und Stahlbeton herstellen, mit Steinen mauern
- Tiefbau: Baugruben, Gräben und Schächte herstellen und Verbau einsetzen
- Kanalbau: Abwasserleitungen einbauen, zum Beispiel Druckrohrleitungen, und Kanäle sanieren und instand halten
- Verkehrswege: zum Beispiel Erdtragschichten wiederherstellen
Hast du schon eine Ausbildung als Tiefbaufacharbeiter/in abgeschlossen, zum Beispiel mit Schwerpunkt Kanalbauarbeiten, kann sie angerechnet werden.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik?
Was solltest du mitbringen?
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt starteten die meisten Azubis im Vorläuferberuf mit mittlerem Abschluss oder Hauptschulabschluss.
- gute Kenntnisse in Mathematik, zum Beispiel für Vermessungen
- Interesse an Werken, Technik und Physik
- handwerkliches Geschick
- eine gute Auge-Hand-Koordination, etwa beim Verdichten mit Spezialmaschinen
- Sorgfalt und Umsicht, zum Beispiel beim Abdichten von Leitungen
- kein Problem mit Wetter, Nässe und Lärm
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.122 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.351 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.610 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik zu dir?
Du willst sehen, was du mit deinen Händen schaffst? Das spricht für die Ausbildung:
- Echtes Handwerk: Du arbeitest mit Werkzeugen und Maschinen und baust Kanalsysteme.
- Umweltschutz: Dichte Kanäle schützen das Grundwasser.
- Teamarbeit an der frischen Luft: Du arbeitest meist draußen und gemeinsam mit anderen.
- Wege nach oben: Du kannst Werkpolier/in werden oder einen eigenen Betrieb gründen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik?
Was du als Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Garten Beete umgräbt, beim Anlegen eines Teichs hilft oder im Werkunterricht genau misst, zeigt Betrieben Geschick und ein gutes Auge. Wer bei Regen auf dem Fußballplatz steht oder mit dem THW übt, beweist: Wetter und Matsch machen mir nichts aus. Wenn dich Leitungen für Wasser und Gas reizen, schau dir Leitungsbauer/in für Infrastrukturtechnik an. Für vielseitige Arbeit im Tiefbau passt Tiefbaufacharbeiter/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- im Garten gräbst, pflanzt oder Wege anlegst Ausdauer
- im Werkunterricht genau misst und sägst Genauigkeit
- bei jedem Wetter auf dem Fußballplatz stehst Robustheit
- beim THW oder in der Jugendfeuerwehr mitmachst Teamgeist
- den Rasenmäher oder dein Mofa selbst wartest Technikverständnis
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 4 · Wie häufig?
rund 290
Betriebe bilden aus
Platz 73 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Fast jeder Betrieb
bildet auch Straßenbauer/in aus.
Fast jeder 2. bildet auch Baugeräteführer/in aus.
3 von 4 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen70
- Bayern50
- Niedersachsen40
Die meisten Betriebe: Berlin, Kreis Borken, Kreis Rendsburg-Eckernförde
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Jede Stadt und jede Gemeinde braucht eine funktionierende Kanalisation. Hier kannst du arbeiten:
- in Tief- und Kanalbaubetrieben
- in der Abwasserwirtschaft
- bei Bauämtern
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Zusatzqualifikation: Schon während der Ausbildung kannst du zum Beispiel Europaassistent/in werden.
- Anpassungsweiterbildung: Du hältst dein Wissen aktuell, etwa im Tief- und Kanalbau oder in der Bausanierung.
- Werkpolier/in und Polier/in im Tiefbau: Mit diesen Aufstiegsweiterbildungen übernimmst du Führungsaufgaben auf der Baustelle.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Bauingenieurwesen studieren.
- Selbstständigkeit: Du kannst einen eigenen Kanalbaubetrieb gründen oder im Franchising einen Betrieb für Kanalsanierung führen.
Fazit: Wichtige Arbeit unter der Erde
Als Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik verbindest du Handwerk, Technik und körperlichen Einsatz. Du baust und sanierst Kanäle, die jede Stadt braucht. Bis Juli 2026 hieß der Beruf Kanalbauer/in. Die Ausbildung ist dual und dauert 3 Jahre. Danach kannst du Werkpolier/in oder Polier/in werden, studieren oder dich selbstständig machen.
Bock auf Baustelle? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Handwerk und Bau.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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