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Ausbildung Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen
Ausbildung: Damit unter der Erde alles läuft
Was passiert eigentlich, wenn ein Kanal verstopft ist? Dann kommst du ins Spiel. Mit der Ausbildung zum/zur Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen sorgst du dafür, dass Kanäle, Rohre und Industrieanlagen funktionieren. Bis 2024 hieß der Beruf Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Du entfernst Blockaden, findest mit Spezialkameras undichte Stellen und reinigst Tanks und Anlagen. Rückstände entsorgst du umweltgerecht. Du brauchst technisches Verständnis, Sorgfalt und Umsicht. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Neu seit 2024: Mit der neuen Ausbildungsordnung hat der Beruf seinen neuen Namen bekommen. Die Schwerpunkte heißen jetzt Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen. Neue Verfahren und Technologien, der Klimawandel und Nachhaltigkeit spielen eine größere Rolle.
Was macht ein/e Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen?
Du arbeitest mit Spezialtechnik, oft an schwer zugänglichen Stellen. Je nach Schwerpunkt sind das deine wichtigsten Aufgaben:
- Kanäle inspizieren: Mit Spezialkameras prüfst du zum Beispiel Abwasserkanäle auf undichte Stellen und Verunreinigungen. Die Ergebnisse dokumentierst du und gibst sie an die Auftraggeber weiter.
- Kanalnetz instand halten: Du kontrollierst und reparierst Rohre, Becken und Rinnen und entfernst Blockaden.
- Industrieanlagen reinigen: Du entleerst, reinigst und wartest Anlagen, Tanks und Rohre. Dafür nutzt du zum Beispiel Hochdruckwasser, Vakuumsaugtechnik oder chemische Verfahren.
- Dichtheit prüfen: Du prüfst Rohrleitungen, Anlagen und Abwasserbauwerke darauf, ob sie dicht sind.
- Umweltgerecht entsorgen: Rückstände, Reststoffe, Abwasser und Reinigungsmittel entsorgst du nach den Vorschriften.
- Störungen beheben: Du erkennst Störungen an Maschinen und Geräten, findest die Ursache und dokumentierst alles.
Wo arbeitest du als Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen?
Dein Arbeitsplatz wechselt ständig. Du bist vor allem im Freien, in Kanalnetzen und Kanalbauwerken und in Betriebsanlagen unterwegs. In Kanälen kann es unangenehm riechen, und je nach Einsatz trägst du Schutzkleidung wie Atemschutz oder gasdichte Anzüge.
Arbeitgeber sind Betriebe der Abwasserwirtschaft, Industriereinigungsbetriebe und Firmen der Abfallwirtschaft.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen ab?
Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Dein Ausbildungsbetrieb ist ein privates, öffentliches oder industrielles Unternehmen aus dem Rohr- und Kanalservice oder der Industriereinigung. Die Berufsschule besuchst du an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockunterricht. Teile der Ausbildung können auch in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte stattfinden.
Die zwei Schwerpunkte:
- Rohrleitungsnetze: Kanäle und Rohre inspizieren, reparieren und von Blockaden befreien
- Industrieanlagen: Anlagen, Tanks und Rohre entleeren, reinigen, warten und auf Dichtheit prüfen
Das lernst du unter anderem:
- Stoffkunde: Stoffe und Stoffgemische unterscheiden, kennzeichnen und trennen
- Umweltschutz: Belastungen von Luft, Wasser und Boden erkennen und vermeiden
- Messtechnik: Messverfahren auswählen und Mess-, Steuerungs- und Regelungseinrichtungen einstellen
- Reinigung: Anlagenteile mit hydrodynamischen, mechanischen und chemischen Verfahren reinigen
- Inspektion: Inspektionsverfahren auswählen, Kanäle mit Kameras untersuchen und Ergebnisse dokumentieren
- Instandsetzung: Reparaturen an Rohrleitungen und Anlagen planen, durchführen und prüfen
- Enge Räume: sicher in enge Räume und Behälter einsteigen
Hast du schon eine Ausbildung als Umwelttechnologe/in in einem der verwandten Berufe abgeschlossen, etwa für Abwasserbewirtschaftung, kann sie angerechnet werden. Dann entfällt Teil 1 der Abschlussprüfung.
Was du mitbringen solltest
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Azubis starten mit mittlerem Abschluss oder Hauptschulabschluss.
- gute Kenntnisse in Mathematik, Chemie, Physik und Biologie
- Interesse an Werken und Technik
- handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein beim Prüfen von Kanälen
- Umsicht, zum Beispiel beim Entsorgen von infektiösem Material oder Sickerwasser
- kein Problem mit Wetter, Gerüchen und wechselnden Einsatzorten
Deine Karriere nach der Ausbildung
Funktionierende Kanäle und saubere Industrieanlagen sind wichtig für Umwelt und Wirtschaft. Hier kannst du arbeiten:
- in Betrieben der Abwasserwirtschaft
- in Industriereinigungsbetrieben
- in Firmen der Abfallwirtschaft
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Zusatzqualifikation: Schon während der Ausbildung kannst du zum Beispiel Europaassistent/in werden.
- Anpassungsweiterbildung: Du hältst dein Wissen aktuell, etwa zu Kanalbetrieb oder Umweltrecht.
- Meister/in für Rohr-, Kanal- und Industrieservice: Mit dieser Aufstiegsweiterbildung kannst du Führungsaufgaben übernehmen.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Umwelttechnik studieren.
- Selbstständigkeit: Du kannst dich zum Beispiel mit einem Entsorgungsservice oder einem Betrieb für Kanal- und Rohrreinigung selbstständig machen.
Auf einen Blick
Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Quellen: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · BA, Anlage Sprachniveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026
Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen in Zahlen
1 von 4 · Wie häufig?
rund 80
Betriebe bilden aus
Platz 140 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Jeder 3. Betrieb
bildet auch Kaufmann/frau Büromanagement aus.
Jeder 4. bildet auch Industriekaufmann/frau aus.
3 von 4 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen30
- Bayern10
- Niedersachsen9
Die meisten Betriebe: Braunschweig, Bremen, Duisburg
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Daten: dein-ausbildungsplatz.de, Ausschnitt der eingetragenen Ausbildungsbetriebe, Zahlen gerundet. Stand: 2. Oktober 2026.
Passt die Ausbildung zu dir?
Du interessierst dich für Technik und willst etwas für die Umwelt tun? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Technik und Umwelt: Du hältst Rohre, Kanäle und Anlagen in Schuss und entsorgst Reststoffe umweltgerecht.
- Abwechslung: Du arbeitest draußen, im Kanalnetz und in Betriebsanlagen. Die Einsatzorte wechseln.
- Spezialtechnik: Kameras, Hochdruck- und Saugtechnik gehören zu deinem Werkzeug.
- Wichtige Infrastruktur: Städte und Industrie brauchen funktionierende Rohre und Kanäle. Deine Arbeit sorgt dafür.
Ausbildungsvergütung als Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.075 € bis 1.368 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.307 € bis 1.418 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.464 € bis 1.549 € |
Fazit: Technik, die im Verborgenen wirkt
Als Umwelttechnologe/in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen hältst du Kanäle, Rohrleitungen und Industrieanlagen am Laufen. Du arbeitest mit Spezialtechnik und schützt die Umwelt. Bis 2024 hieß der Beruf Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, studieren oder dich selbstständig machen.
Bereit für den Einsatz? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.
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