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Ausbildung Orthopä­die­technik-Mechaniker/in

Ausbildung: Handwerk für mehr Lebens­qualität

Symbolbild: Ausbildung Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in

Du willst mit deinen Händen Menschen mehr Lebens­qualität geben? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Orthopä­die­technik-Mechaniker/in genauer an. Früher hieß der Beruf Orthopä­die­me­chaniker/in und Bandagist/in. Seit 2013 gilt der neue Name. Du fertigst Prothesen, Orthesen, Bandagen und Reha-Hilfsmittel wie Rollstühle an. Du nimmst Maß, passt die Hilfsmittel an und erklärst deinen Patient/innen, wie sie damit umgehen. Dabei arbeitest du mit Metall, Kunststoff, Holz, Gießharzen und Textilien. Hier erfährst du, was du in diesem Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2013: Eine neue Ausbil­dungs­ordnung hat den Beruf Orthopä­die­me­chaniker/in und Bandagist/in abgelöst. Die Ausbildung hat jetzt drei Schwer­punkte: Indivi­duelle Orthetik, Indivi­duelle Rehabi­li­ta­ti­ons­technik und Prothetik.

Was macht ein/e Orthopä­die­technik-Mechaniker/in?

Du bist Handwerker/in im Gesund­heitswesen. Du stellst orthopä­die­tech­nische Hilfsmittel her und passt sie an die Bedürfnisse deiner Patient/innen an. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

  • Beurteilen und beraten: Du schaust dir die Beschwerden an und hilfst bei der Wahl des passenden Hilfsmittels.
  • Maß nehmen: Du misst digital und von Hand und erstellst Zeichnungen und Modelle.
  • Anfertigen: Je nach Schwerpunkt fertigst du Prothesen, Orthesen, Bandagen oder Reha-Hilfsmittel wie Rollstühle und Krankenbetten.
  • Material bearbeiten: Du bearbeitest Metall, Kunststoff, Holz, Gießharze und Textilien mit Maschinen und von Hand.
  • Einstellen und einweisen: Zum Schluss stellst du die Hilfsmittel richtig ein und erklärst, wie man sie nutzt.
  • Instand halten: Du wartest und reparierst Prothesen, Orthesen sowie Geh- und Stehhilfen.
orthesen

Warum ist der Beruf so wichtig?

Manche Menschen haben eine Fehlbildung, andere haben nach einer Amputation einen Körperteil verloren oder können ihn nicht mehr so nutzen wie vorher. Das schränkt sie im Alltag stark ein. Mit Prothesen, Orthesen und Reha-Hilfsmitteln gibst du ihnen Bewegungs­freiheit zurück. Sie können wieder selbst­ständiger am Alltag teilnehmen. Zu sehen, wie deine Arbeit wirkt, ist ein schöner Lohn.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Orthopä­die­technik-Mechaniker/in ab?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Du lernst in einer Orthopä­die­technik- oder Rehawerkstatt und in der Berufs­schule. Teile der Ausbildung können in überbe­trieb­lichen Ausbil­dungs­stätten stattfinden. Die Berufs­schule ist oft in länder­über­grei­fenden Fachklassen organisiert, zum Beispiel in Heidelberg, Fürstenwalde, Hamburg oder Gotha.

Die drei Schwer­punkte:

  • Prothetik: pneumatische, hydraulische und elektronisch gesteuerte Gelenke einbauen und justieren, Prothesen kosmetisch gestalten
  • Individuelle Orthetik: Korrekturorthesen für den Rumpf herstellen und Orthesen anproben
  • Individuelle Rehabilitationstechnik: Lagerungs- und Bettungshilfen herstellen und Rollstühle konfigurieren

Das lernst du unter anderem:

  • Material bearbeiten: zum Beispiel durch Umformen oder Spanen
  • Beurteilen: Dysfunktionen des Bewegungsapparates und Krankheitsbilder einschätzen
  • Abformen und modellieren: Deformitäten, Fehlbildungen und Amputationsstümpfe abformen und ein digitales Positivmodell am Computer erstellen
  • Herstellen und montieren: Bandagen, Bruchbänder und Mieder anpassen und herstellen, Prothesen und Orthesen montieren
  • Beraten und einweisen: Patient/innen in den Gebrauch einweisen und Ärzt/innen sowie Pflege- und Therapiefachleute beraten, etwa Physio­the­rapeut/innen
  • Instand halten: Prothesen, Orthesen sowie Geh- und Stehhilfen warten

In der Berufs­schule lernst du zum Beispiel auch, orthopä­dische Fußeinlagen herzustellen und anzupassen. Dazu kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Was du mitbringen solltest

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt hatten die meisten Azubis einen mittleren Abschluss oder Abitur.
  • handwerkliches Geschick für Metall, Kunststoff und Holz
  • Sorgfalt beim Messen
  • Beobachtungsgenauigkeit, etwa beim Anpassen von Bandagen und Kompressionsstrümpfen
  • Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit
  • Interesse an Werken/Technik, Mathematik, Biologie und Physik/Informatik

Deine Karriere nach der Ausbildung

Nach deiner Ausbildung kannst du hier arbeiten:

  • in Orthopädietechnik- und Rehawerkstätten
  • bei Herstellern orthopädietechnischer Hilfsmittel
  • in Sanitätshäusern

Dabei bist du in der Werkstatt, im Verkaufsraum, im Krankenhaus oder direkt bei Kund/innen im Einsatz.

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon in der Ausbildung kannst du Betriebsassistent/in im Handwerk oder Europaassistent/in werden.
  • Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von Orthopädietechnik bis CAD.
  • Orthopädietechnikermeister/in: Mit der Meisterprüfung kommst du in Führungspositionen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Orthopädie- und Rehatechnik studieren.
  • Selbstständigkeit: mit einem Betrieb des Orthopädietechniker-Handwerks

Auf einen Blick

Orthopä­die­technik-Mechaniker/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Medizin, Gesundheit, Pflege
1. Jahr1.000 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Ausbildung und Prüfung.

Quellen: BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · BA, Anlage Sprach­niveaus · Stand 01.10.2026

Passt die Ausbildung zu dir?

Du willst etwas Sinnvolles schaffen? Dann spricht einiges für diese Ausbildung:

  • Echte Hilfe: Du gibst Menschen mit Einschränkungen mehr Bewegungsfreiheit.
  • Handwerk und Technik: Du arbeitest von Hand und mit digitalen Modellen.
  • Abwechslung: Werkstatt, Verkaufsraum, Krankenhaus und Besuche bei Kund/innen wechseln sich ab.
  • Spezialisiertes Fachgebiet: Mit drei Schwerpunkten findest du deinen Bereich.

Ausbil­dungs­ver­gütung als Orthopä­die­technik-Mechaniker/in

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.000 €
2. Ausbildungsjahr 1.100 €
3. Ausbildungsjahr 1.200 €

Fazit: Mechanik mit Herz und Hand

Als Orthopä­die­technik-Mechaniker/in verbindest du handwerkliche Präzision mit Beratung. Du stellst Prothesen, Orthesen, Bandagen und Reha-Hilfsmittel her, die das Leben von Menschen spürbar leichter machen. Früher hieß der Beruf Orthopä­die­me­chaniker/in und Bandagist/in. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, ist dual und hat drei Schwer­punkte.

Willst du Menschen in Bewegung bringen? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Medizin, Gesundheit, Pflege.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 01.10.2026 · Ausbil­dungs­ver­gütung: aktualisiert nach BERUFENET
Quellen: BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit

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