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Ausbildung Industriekeramiker/in Dekorationstechnik
Ausbildung: Du bringst Farbe, Gold und Muster auf Porzellan und Keramik.
Wer malt eigentlich den Goldrand auf die Kaffeetasse? Das sind Fachleute wie Industriekeramiker/innen Dekorationstechnik. Sie veredeln Porzellan, Geschirr und Zierkeramik. Mal arbeitest du mit feinem Pinsel und ruhiger Hand, mal mit Spritzpistole, Siebdruck oder Malroboter. Du mischst Farben, trägst Edelmetalle wie Glanzgold auf und brennst die Dekore ein, damit sie halten. Du brauchst Geschick, ein gutes Auge für Farben und Formen und viel Sorgfalt. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Industriekeramiker/in Dekorationstechnik auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Der Beruf hat eine lange Geschichte. Früher hieß er Kerammaler/in, später Glas- und Kerammaler/in in der Fachrichtung Kerammalerei.
- bis 1985Kerammaler/
in - 1985 bis 2005Glas- und Kerammaler/
in Fachrichtung Kerammalerei - seit 2005Industriekeramiker/
in Dekorationstechnik
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949.
Was macht ein/e Industriekeramiker/in Dekorationstechnik?
Du sorgst dafür, dass Teller, Tassen, Vasen und Figuren ihr Aussehen bekommen. Du arbeitest in der Veredlung, also dort, wo aus weißem Porzellan ein fertiges Produkt mit Dekor wird. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Farben vorbereiten: Du wählst die passenden Farben für ein Dekor aus und mischst sie an. Auch Edelmetallpräparate wie Glanz- und Poliergold bereitest du auf.
- Von Hand malen: Mit Pinsel und Zeichenfeder malst du Ränder, Linien und Bänder. Du malst Blumen, Ornamente, Schriften und Monogramme, meist nach Vorlage.
- Dekore entwerfen: Manchmal zeichnest du eigene Entwürfe für Schriften und Dekore.
- Spritzen und drucken: Du deckst Flächen ab und spritzt Farben auf. Du bestückst Siebdruckmaschinen, bringst Buntdruckdekore auf und legst Schiebebilder auf.
- Maschinen bedienen: In der Produktion stellst du Malroboter und Druckmaschinen ein und überwachst sie.
- Glasieren und brennen: Je nach Verfahren glasierst du Werkstücke und brennst die Dekore im Ofen ein. Dabei kommt es auf die richtigen Brennbedingungen an.
- Qualität prüfen: Du kontrollierst die fertigen Stücke, erkennst Fehler im Dekor und bessert nach. Deine Ergebnisse dokumentierst du.
- Geräte pflegen: Du reinigst Spritzwerkzeuge und wartest Mess- und Prüfmittel.
Wo arbeitest du als Industriekeramiker/in Dekorationstechnik?
Du arbeitest in den Veredlungsabteilungen von Betrieben der Keramik- und Porzellanindustrie. Dort entstehen zum Beispiel Geschirr, Vasen und Zierkeramik. Dein Arbeitsplatz ist die Werkstatt, die Produktionshalle oder eine Spritzkabine. An manchen Plätzen ist es warm und es gibt Farbdämpfe oder Farbstaub. Deshalb trägst du Schutzkleidung, zum Beispiel Schutzbrille, hitzebeständige Handschuhe oder eine Staubschutzmaske. In vielen Betrieben wird im Schichtdienst gearbeitet.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Industriekeramiker/in Dekorationstechnik ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Sie ist ein anerkannter Ausbildungsberuf in der Industrie. Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung in der keramischen Industrie von 2005. Die ersten 12 Monate lernst du gemeinsam mit den anderen Industriekeramiker/innen, danach spezialisierst du dich auf Dekore. Der Beruf ist selten. Deshalb findet die Berufsschule oft in Fachklassen für mehrere Bundesländer statt, zum Beispiel in Selb, Meißen oder Hermsdorf. Der Unterricht läuft dann häufig in Blöcken. Nach etwa 18 Monaten hast du eine Zwischenprüfung, am Ende die Abschlussprüfung vor der IHK. Dort dekorierst du ein keramisches Produkt und führst ein Fachgespräch.
Das lernst du unter anderem:
- Werkstoffe: Rohstoffe, Massen und Glasuren und wie man mit ihnen rechnet
- Formgebung, Trocknen und Brennen: wie aus Rohstoffen ein keramisches Produkt wird
- Zeichnen und Malen: mit Bleistift, Feder und Wasserfarben, nach Vorlage und nach eigenem Entwurf
- Linien- und Flächendekore: Rändern, Linieren und Bändern
- Schriften und Monogramme: entwerfen und von Hand malen
- Dekortechniken: Unterglasur, Inglasur und Aufglasur, Edelmetalldekore
- Spritztechnik und Buntdruck: Farben aufspritzen, Siebdruck und Schiebebilder
- Qualitätssicherung: Fehler erkennen, nachbearbeiten und dokumentieren
- Arbeits- und Umweltschutz: sicherer Umgang mit Farben, Dämpfen und heißen Öfen
Welche Voraussetzungen brauchst du als Industriekeramiker/in Dekorationstechnik?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe wählen ihre Azubis selbst aus. Zuletzt hatten die neuen Azubis meist einen mittleren Schulabschluss oder Abitur bzw. Fachabitur.
Was solltest du mitbringen?
- Spaß am Zeichnen und Malen
- eine ruhige Hand und Fingerspitzengefühl
- ein gutes Auge für Farben, Formen und Schönheit
- Sorgfalt, denn jede Linie muss genau sitzen
- Geduld bei feinen Arbeiten, die länger dauern
- Interesse an Kunst und Werken, Chemie und Mathe
- Bereitschaft zur Schichtarbeit
- Lust, auch mal für den Berufsschulblock in eine andere Stadt zu fahren
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.200 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.250 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.350 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Industriekeramiker/in Dekorationstechnik zu dir?
Du zeichnest gern, hast ein Gespür für Farben und arbeitest gern genau? Dann lohnt sich ein Blick auf diesen Beruf. Das spricht für die Ausbildung:
- Kreativ und handfest: Du verbindest Malen und Gestalten mit Technik und Maschinen.
- Sichtbare Ergebnisse: Was du dekorierst, landet später auf Esstischen und in Vitrinen.
- Viele Techniken: Pinsel, Spritzpistole, Siebdruck und Malroboter gehören zu deinem Werkzeug.
- Seltene Fachleute: 2024 begannen bundesweit nur 12 Azubis diese Ausbildung. Wer sie abschließt, hat Wissen, das nur wenige mitbringen.
Die drei Schwesterberufe setzen andere Schwerpunkte. In der Anlagentechnik hältst du Maschinen am Laufen, in der Modelltechnik baust du Modelle und Formen, in der Verfahrenstechnik steuerst du die Herstellung. In der Dekorationstechnik geht es um die Oberfläche und das Aussehen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Industriekeramiker/in Dekorationstechnik?
Was du als Industriekeramiker/in Dekorationstechnik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Comics zeichnet, Handlettering übt oder in der Kunst-AG Tassen und Teller bemalt, zeigt Betrieben eine ruhige Hand und Sinn für Farben. Wer mit Airbrush oder Spraydosen Modelle gestaltet, kennt schon das Abkleben und Spritzen in Schichten. Wenn du lieber im Handwerk Glas und Porzellan bemalen willst, schau dir Glas- und Porzellanmaler/in an. Für freie Malerei auf Porzellan in einer Manufaktur passt Manufakturporzellanmaler/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- Comics, Mandalas oder Porträts zeichnest Zeichentalent
- Handlettering übst und schöne Schriften gestaltest Feinmotorik
- in der Kunst-AG Tassen oder Teller bemalst Farbgefühl
- Modelle mit Airbrush oder Spraydose gestaltest Geschick
- beim Basteln so lange nachbesserst, bis alles stimmt Sorgfalt
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 2 · Meiste Betriebe im Bereich
Rund 3.600 Betriebe bilden diesen Beruf aus. Das sind die meisten im Bereich Industrie.
2 von 2 · Passt der Beruf?
Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?
Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Porzellan und Keramik mit Dekor werden in Deutschland weiter hergestellt, oft in traditionsreichen Regionen. Dort braucht man Fachleute, die Dekore von Hand und an Maschinen sauber umsetzen. Hier kannst du arbeiten:
- in den Veredlungsabteilungen der Porzellanindustrie
- bei Herstellern von Gebrauchs- und Zierkeramik
- in der Dekorabteilung keramischer Betriebe mit Siebdruck, Spritztechnik oder Malrobotern
- in der Qualitätskontrolle dekorierter Produkte
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Industriemeister/in Keramik: für leitende Aufgaben in Produktion und Veredlung. Du darfst dann auch ausbilden.
- Anpassungsweiterbildung: zum Beispiel zu Keramikverarbeitung oder Druckverfahren, damit dein Wissen aktuell bleibt
- Zusatzqualifikation: etwa Europaassistent/in schon während der Ausbildung, mit Praktikum im Ausland
- Ausbilder/in: wenn du dein Können an junge Leute weitergeben willst
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Keramik- und Glastechnik studieren.
Fazit: Farbe und Glanz für Porzellan
Als Industriekeramiker/in Dekorationstechnik verbindest du Malen, Gestalten und Technik. Du gibst Porzellan und Keramik ihr Gesicht, vom Goldrand bis zum Blumendekor. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach kannst du dich spezialisieren, Industriemeister/in werden oder studieren.
Lust auf Pinsel und Porzellan? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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