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Ausbildung Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik

Ausbildung: Du bringst Farbe, Gold und Muster auf Porzellan und Keramik.

Symbolbild: Ausbildung Industriekeramiker/in Dekorationstechnik

Wer malt eigentlich den Goldrand auf die Kaffeetasse? Das sind Fachleute wie Industrie­ke­ramiker/innen Dekora­ti­ons­technik. Sie veredeln Porzellan, Geschirr und Zierkeramik. Mal arbeitest du mit feinem Pinsel und ruhiger Hand, mal mit Spritz­pistole, Siebdruck oder Malroboter. Du mischst Farben, trägst Edelmetalle wie Glanzgold auf und brennst die Dekore ein, damit sie halten. Du brauchst Geschick, ein gutes Auge für Farben und Formen und viel Sorgfalt. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr1.200 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Der Beruf hat eine lange Geschichte. Früher hieß er Kerammaler/in, später Glas- und Kerammaler/in in der Fachrichtung Kerammalerei.

  1. bis 1985Kerammaler/in
  2. 1985 bis 2005Glas- und Kerammaler/in Fachrichtung Kerammalerei
  3. seit 2005Industriekeramiker/in Dekorationstechnik

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik?

Du sorgst dafür, dass Teller, Tassen, Vasen und Figuren ihr Aussehen bekommen. Du arbeitest in der Veredlung, also dort, wo aus weißem Porzellan ein fertiges Produkt mit Dekor wird. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Farben vorbereiten: Du wählst die passenden Farben für ein Dekor aus und mischst sie an. Auch Edelmetallpräparate wie Glanz- und Poliergold bereitest du auf.
  • Von Hand malen: Mit Pinsel und Zeichenfeder malst du Ränder, Linien und Bänder. Du malst Blumen, Ornamente, Schriften und Monogramme, meist nach Vorlage.
  • Dekore entwerfen: Manchmal zeichnest du eigene Entwürfe für Schriften und Dekore.
  • Spritzen und drucken: Du deckst Flächen ab und spritzt Farben auf. Du bestückst Siebdruckmaschinen, bringst Buntdruckdekore auf und legst Schiebebilder auf.
  • Maschinen bedienen: In der Produktion stellst du Malroboter und Druckmaschinen ein und überwachst sie.
  • Glasieren und brennen: Je nach Verfahren glasierst du Werkstücke und brennst die Dekore im Ofen ein. Dabei kommt es auf die richtigen Brennbedingungen an.
  • Qualität prüfen: Du kontrollierst die fertigen Stücke, erkennst Fehler im Dekor und bessert nach. Deine Ergebnisse dokumentierst du.
  • Geräte pflegen: Du reinigst Spritzwerkzeuge und wartest Mess- und Prüfmittel.
Pinsel trägt einen Goldrand auf einen weißen Porzellanteller auf

Wo arbeitest du als Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik?

Du arbeitest in den Veredlungs­ab­tei­lungen von Betrieben der Keramik- und Porzel­lan­in­dustrie. Dort entstehen zum Beispiel Geschirr, Vasen und Zierkeramik. Dein Arbeitsplatz ist die Werkstatt, die Produk­ti­onshalle oder eine Spritz­kabine. An manchen Plätzen ist es warm und es gibt Farbdämpfe oder Farbstaub. Deshalb trägst du Schutz­kleidung, zum Beispiel Schutz­brille, hitzebe­ständige Handschuhe oder eine Staubschutzmaske. In vielen Betrieben wird im Schicht­dienst gearbeitet.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Sie ist ein anerkannter Ausbil­dungsberuf in der Industrie. Grundlage ist die Verordnung über die Berufs­aus­bildung in der keramischen Industrie von 2005. Die ersten 12 Monate lernst du gemeinsam mit den anderen Industrie­ke­ramiker/innen, danach spezia­li­sierst du dich auf Dekore. Der Beruf ist selten. Deshalb findet die Berufs­schule oft in Fachklassen für mehrere Bundes­länder statt, zum Beispiel in Selb, Meißen oder Hermsdorf. Der Unterricht läuft dann häufig in Blöcken. Nach etwa 18 Monaten hast du eine Zwischen­prüfung, am Ende die Abschluss­prüfung vor der IHK. Dort dekorierst du ein keramisches Produkt und führst ein Fachge­spräch.

Das lernst du unter anderem:

  • Werkstoffe: Rohstoffe, Massen und Glasuren und wie man mit ihnen rechnet
  • Formgebung, Trocknen und Brennen: wie aus Rohstoffen ein keramisches Produkt wird
  • Zeichnen und Malen: mit Bleistift, Feder und Wasserfarben, nach Vorlage und nach eigenem Entwurf
  • Linien- und Flächendekore: Rändern, Linieren und Bändern
  • Schriften und Monogramme: entwerfen und von Hand malen
  • Dekortechniken: Unterglasur, Inglasur und Aufglasur, Edelmetalldekore
  • Spritztechnik und Buntdruck: Farben aufspritzen, Siebdruck und Schiebebilder
  • Qualitätssicherung: Fehler erkennen, nachbearbeiten und dokumentieren
  • Arbeits- und Umweltschutz: sicherer Umgang mit Farben, Dämpfen und heißen Öfen

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulab­schluss vorgeschrieben. Die Betriebe wählen ihre Azubis selbst aus. Zuletzt hatten die neuen Azubis meist einen mittleren Schulab­schluss oder Abitur bzw. Fachabitur.

Was solltest du mitbringen?

  • Spaß am Zeichnen und Malen
  • eine ruhige Hand und Fingerspitzengefühl
  • ein gutes Auge für Farben, Formen und Schönheit
  • Sorgfalt, denn jede Linie muss genau sitzen
  • Geduld bei feinen Arbeiten, die länger dauern
  • Interesse an Kunst und Werken, Chemie und Mathe
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Lust, auch mal für den Berufsschulblock in eine andere Stadt zu fahren

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.200 €
2. Ausbildungsjahr 1.250 €
3. Ausbildungsjahr 1.350 €

Passt die Ausbildung zum/zur Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik zu dir?

Du zeichnest gern, hast ein Gespür für Farben und arbeitest gern genau? Dann lohnt sich ein Blick auf diesen Beruf. Das spricht für die Ausbildung:

  • Kreativ und handfest: Du verbindest Malen und Gestalten mit Technik und Maschinen.
  • Sichtbare Ergebnisse: Was du dekorierst, landet später auf Esstischen und in Vitrinen.
  • Viele Techniken: Pinsel, Spritzpistole, Siebdruck und Malroboter gehören zu deinem Werkzeug.
  • Seltene Fachleute: 2024 begannen bundesweit nur 12 Azubis diese Ausbildung. Wer sie abschließt, hat Wissen, das nur wenige mitbringen.

Die drei Schwes­ter­berufe setzen andere Schwer­punkte. In der Anlagen­technik hältst du Maschinen am Laufen, in der Modell­technik baust du Modelle und Formen, in der Verfah­rens­technik steuerst du die Herstellung. In der Dekora­ti­ons­technik geht es um die Oberfläche und das Aussehen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik?

Was du als Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Comics zeichnet, Handlet­tering übt oder in der Kunst-AG Tassen und Teller bemalt, zeigt Betrieben eine ruhige Hand und Sinn für Farben. Wer mit Airbrush oder Spraydosen Modelle gestaltet, kennt schon das Abkleben und Spritzen in Schichten. Wenn du lieber im Handwerk Glas und Porzellan bemalen willst, schau dir Glas- und Porzel­lanmaler/in an. Für freie Malerei auf Porzellan in einer Manufaktur passt Manufak­tur­por­zel­lanmaler/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Comics, Mandalas oder Porträts zeichnest Zeichentalent
  • Handlettering übst und schöne Schriften gestaltest Feinmotorik
  • in der Kunst-AG Tassen oder Teller bemalst Farbgefühl
  • Modelle mit Airbrush oder Spraydose gestaltest Geschick
  • beim Basteln so lange nachbesserst, bis alles stimmt Sorgfalt

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 2 · Meiste Betriebe im Bereich

    Industrie­me­chaniker/in

    Rund 3.600 Betriebe bilden diesen Beruf aus. Das sind die meisten im Bereich Industrie.

  • 2 von 2 · Passt der Beruf?

    Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?

    Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Porzellan und Keramik mit Dekor werden in Deutschland weiter hergestellt, oft in traditi­ons­reichen Regionen. Dort braucht man Fachleute, die Dekore von Hand und an Maschinen sauber umsetzen. Hier kannst du arbeiten:

  • in den Veredlungsabteilungen der Porzellanindustrie
  • bei Herstellern von Gebrauchs- und Zierkeramik
  • in der Dekorabteilung keramischer Betriebe mit Siebdruck, Spritztechnik oder Malrobotern
  • in der Qualitätskontrolle dekorierter Produkte

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Industriemeister/in Keramik: für leitende Aufgaben in Produktion und Veredlung. Du darfst dann auch ausbilden.
  • Anpassungsweiterbildung: zum Beispiel zu Keramikverarbeitung oder Druckverfahren, damit dein Wissen aktuell bleibt
  • Zusatzqualifikation: etwa Europaassistent/in schon während der Ausbildung, mit Praktikum im Ausland
  • Ausbilder/in: wenn du dein Können an junge Leute weitergeben willst
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Keramik- und Glastechnik studieren.

Fazit: Farbe und Glanz für Porzellan

Als Industrie­ke­ramiker/in Dekora­ti­ons­technik verbindest du Malen, Gestalten und Technik. Du gibst Porzellan und Keramik ihr Gesicht, vom Goldrand bis zum Blumendekor. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach kannst du dich spezia­li­sieren, Industrie­meister/in werden oder studieren.

Lust auf Pinsel und Porzellan? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 22.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · BIBB (Ausbil­dungs­ordnung, Datensystem Auszubildende) · Tarifin­for­ma­tionen der Länder (u. a. Tarifre­gister NRW, ZEFAS Sachsen)

Vorschau: Berufsprofil Industriekeramiker/in Dekorationstechnik als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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